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Vorwort zum Aktionsprogramm

Vorwort

Umschlag des Tagungsbandes „Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit, 1999“Programme sind Orientierungsmarken für neu zu beschreitende Wege. Sie gründen auf einer Analyse von Fakten und deren Bewertung sowie auf Annahmen über Entwicklungen in der Zukunft. Programme liefern Vorstellungen über das, was getan werden soll, damit Dinge besser werden. Sie sollen innovativ sein und offen angelegt für neue Erkenntnisse. Zielsetzungen werden natürlich vom Stand unseres Wissens und Verstehens bestimmt. Mindestens ebenso bedeutsam ist jedoch, daß Wissenslücken, Unsicherheiten in der Bewertung und unterschiedliche Positionen in Wissenschaft und Gesellschaft erkannt und akzeptiert werden. Fehlt das Bewußtsein hierfür, gelingt es uns nicht, neue Entwicklungen anzustoßen.

Wir freuen uns, daß mit dem hier vorgelegten Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit erstmals in der Geschichte der Umwelt- und Gesundheitspolitik in Deutschland die Grundlage für eine umfassende Auseinandersetzung mit gesundheitlichen Folgen von Umwelteinwirkungen vorgelegt wird. Den äußeren Anlaß für die Erarbeitung gab die Zweite Europakonferenz der Umwelt- und Gesundheitsminister 1994 in Helsinki. Aber auch ohne diesen zukunftsweisenden Anstoß ist, wie wir meinen, eine Positionsbestimmung und politische Aussage zum Themenkomplex Umwelt und Gesundheit in Deutschland überfällig gewesen.

Das Programm, dem wir eine weite Verbreitung und intensive Diskussion wünschen, ist vom Bundesministerium für Gesundheit und Bundesumweltministerium gemeinsam entwickelt worden. Ergänzend dazu wurde von den auf diesem Gebiet tätigen wissenschaftlichen Bundesoberbehörden im Zusammenwirken mit einem Kreis erfahrener Wissenschaftler und Ärzte eine ausführliche Dokumentation erarbeitet. Begleitende Aktivitäten wie z.B. Forschungsvorhaben, Expertentreffen der Weltgesundheitsorganisation sowie ein Arbeitskreis „Umwelt und Gesundheit „ unter Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen haben dazu beigetragen, daß sich das Aktionsprogramm auf eine breite fachliche Grundlage stützen kann. Gleichwohl ist die Vorlage dieses Programms erst der Anfang der notwendigen intensiveren gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Gesundheit und Umwelt „, die mit allen Beteiligten und Betroffenen einschließlich der relevanten Nicht-Regierungsorganisationen zu führen sein wird.

Die Erfahrungen vergangener Jahre zeigen, daß die komplexen Fragen an der Schnittstelle der Politikbereiche Umwelt und Gesundheit mehr als bisher einen ganzheitlichen Ansatz verlangen. Insbesondere brauchen wir eine umfassende Information und Kommunikation zu den umweltbedingten Gesundheitsrisiken, die die Menschen bewegen. Betroffene erwarten zu Recht kompetente Hilfe und Beratung; dies setzt eine fundierte umweltmedizinische Methodik voraus. Das Aktionsprogramm enthält daher schwerpunktmäßig Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung dieser Aufgabenbereiche. Darüber hinaus benennt das Programm medien- und stoffbezogene Qualitätsziele, die unter gesundheitlichen Gesichtspunkten von besonderer Bedeutung sind.

Bei der Verfolgung der genannten Ziele dürfen wir jedoch nicht verkennen, daß die wesentlichsten, die menschliche Gesundheit belastenden Umweltveränderungen sich aus dem immensen Energiekonsum, aus dem Anspruch auf unbeschränkte Mobilität und aus der heutigen Form der Lebensmittelproduktion ergeben. Hier ist eine Neuorientierung notwendig, um für die Zukunft eine nachhaltige, aber auch gesundheitsförderliche Entwicklung zu ermöglichen. Diese wichtigen Fragen ebenso wie die Aspekte der biologischen Risiken oder der Risiken durch selbstverantwortete, gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen erfordern noch einen umfangreicheren, weit über Umwelt- und Gesundheitsfragen hinausgehenden gesellschaftlichen Diskussionsprozeß.

Das Programm Umwelt und Gesundheit ist unser gemeinsames Programm. Es bildet den Ausgangspunkt für die weitere Arbeit. Intensivere Kooperation erweist sich dabei immer mehr als dringende Notwendigkeit. Wir fordern daher alle relevanten Gruppen und Institutionen auf, sich an der Diskussion und Weiterentwicklung des Programms zu beteiligen und ihren Beitrag zu seiner Umsetzung zu leisten.

 

 

 

 

 

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