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Förderung der Prävention durch Nichtregierungsorganisationen im Bereich Kindergesundheit und Umwelt

(Laufzeit: 1.1.2002 – 31.12.2003)

In dem Projekt konnten die Nichtregierungsorganisationen (NROs) das 2001 aufgebaute „Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt“ – federführend vertreten durch den Ökologischen Ärztebund – weiterentwickeln und weitere Teilprojekte realisieren. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) gefördert.

  1. Weiterentwicklung des „Netzwerkes „Kindergesundheit und Umwelt“
  2. Erarbeitung von Leitlinien „Pädiatrische Umweltmedizin in der Praxis“
  3. Entwicklung eines Curriculums „Fortbildung zur Präventionsassistentin“ für medizinische Assistenzberufe in der Kinderarztpraxis

Kontakt und weitere Informationen
Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt
c/o Ökologischer Ärztebund
Fedelhören 88
28203 Bremen
oekologischer.aerztebund@t-online.de
www.netzwerk-kindergesundheit.de

1. Weiterentwicklung des „Netzwerkes Kindergesundheit und Umwelt“

Das „Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt“ hat sich auf Seiten der Nichtregierungsorganisationen als ein fester Ansprechpartner zum Thema Kinder, Umwelt und Gesundheit etabliert. Das führte zu einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den am APUG beteiligten Behörden und den Nichtregierungsorganisationen auf diesem Gebiet. Das Netzwerk ist im Jahr 2004 im Verein „Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt – Bündnis für eine enkeltaugliche Zukunft“ aufgegangen. Dadurch konnte dem Bündnis entsprechend den gewachsenen Anforderungen eine feste Struktur gegeben werden.

Mitglieder im Netzwerk sind derzeit unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK), die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Umweltmedizin in der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Kinderumwelt gGmbH, der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner (dbu), die Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED), Kind und Umwelt e.V., die „National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland“ und der Ökologische Ärztebund.

Vertreterinnen und Vertreter des Netzwerkes nahm im Juni 2004 an der vierten WHO-Konferenz der europäischen Umwelt- und Gesundheitsministerinnen und -minister in Budapest teil und koordinierte die Beteiligung der deutschen Nichtregierungsorganisationen am Healthy-Planet-Forum. Auf dem Forum diskutierten europäische Nichtregierungsorganisationen parallel zur Ministerkonferenz. Als Beitrag Deutschlands für eine europäische Agenda hatte das Netzwerk im Vorfeld des Forums die „Kinderagenda 2001“ weiterentwickelt und in der „Kinderagenda 2004“ die Eckpfeiler einer „enkeltauglichen“ Politik aus Sicht der Nichtregierungsorganisationen definiert.

Die Inhalte und die Aktivitäten des „Netzwerkes Kindergesundheit und Umwelt“ – einschließlich der Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Institutionen auf dem Gebiet Kinder, Umwelt und Gesundheit – wurden in den vergangenen Jahren besonders durch Tagungen und Workshops ausgeweitet und intensiviert. Die Broschüre „Kind – Umwelt – Gesundheit“, die über die Aktivitäten der Nichtregierungsorganisationen in Deutschland informiert, wurde im Jahr 2004 in aktualisierter Auflage herausgegeben.

 

2. Leitlinien für pädiatrische Umweltmedizin

Ziel dieses Teilprojekts des „Netzwerkes Kindergesundheit und Umwelt“ war es, zu einer verbesserten Qualifikation von Kinderärztinnen und -ärzten, vor allem im präventiven Bereich, beizutragen. Hierfür wurden die Leitlinien „Pädiatrische Umweltmedizin in der Praxis“ erarbeitet. Sie sollen als Basisinformation und Arbeitshilfe bei Verdachtsfällen auf umweltbedingte Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen dienen. Die Leitlinien bieten niedergelassenen, nicht umweltmedizinisch vorgebildeten Kinderärztinnen und -ärzten die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert zu informieren und erste Diagnose- und Behandlungsschritte einzuleiten.

Ein Expertengremium aus Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Umweltmedizin der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin und Mitgliedern der Umweltkommission der Deutschen Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin hat die vorliegenden Leitlinien entsprechend den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Fachgesellschaften erstellt.

Eine elektronische Version ist frei zugänglich und kostenlos unter www.netzwerk-kindergesundheit.de sowie unter www.uminfo.de verfügbar.

 

3. Curriculum „Fortbildung zur Präventionsassistentin“ in der Kinder- und Jugendarztpraxis

Themen wie „Wie gefährlich ist Passivrauchen für Kinder?“ oder „Wie lassen sich kindliche Unfälle vermeiden?“ werden in der Fortbildung zur Präventionsassistentin in der Kinder- und Jugendmedizin behandelt. Das „Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt“ hat hierzu ein Curriculum erarbeitet und dieses in vier Pilotkursen erprobt. Die 60-stündige Fortbildung hat zum Ziel, umweltbedingte oder -beeinflusste Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen durch gezielte Präventionsberatung der Eltern und Betroffenen zu minimieren oder zu verhindern.

Das Fortbildungsangebot richtet sich vor allem an Arzthelferinnen und Kinderkrankenschwestern in ambulanten Kinderarztpraxen. Die Kursteilnehmerinnen vertiefen ihre fachlichen Kenntnisse zu Präventionsschwerpunkten wie Stillen, Vergiftungen und Allergien. Darüber hinaus werden ihnen methodisch-didaktische Kenntnisse zur Durchführung von Einzelberatungen mit den Eltern vermittelt.

Die Fortbildung verbessert die Präventionsberatung in den Praxen von Kinderärztinnen und -ärzten und wird damit der wachsenden Bedeutung der primären Prävention im Gesundheitswesen gerecht. Die Präventionsassistentin soll dabei auch andere Präventionsmaßnahmen unterstützen, etwa die Stillförderung durch Hebammen, Frauenärztinnen und -ärzte sowie gesundheitsfördernde Aktivitäten in Kindergärten und Schulen.

Themenfelder im Curriculum zur Präventionsassistentin

In der zweijährigen Pilotphase haben nahezu 100 Teilnehmerinnen vier Modellkurse besucht. Die Auswertung zeigte, dass die Absolventinnen neue Präventionsthemen in ihre tägliche Arbeit aufnehmen und ihre Beratungskompetenzen erweitern konnten. Eltern reagierten durchweg positiv auf die Beratung durch die Präventionsfachkräfte. Die Evaluation der Pilotkurse zeigte auch, dass die umfassende Qualifizierungsmaßnahme offensichtlich eine Angebotslücke besetzt.

Wegen der großen Nachfrage haben im Jahr 2004 weitere Kurse stattgefunden. Mittelfristig wird für die Fortbildung die anerkannte Zertifizierung durch die Bundesärztekammer angestrebt.

Zur Förderung des Austauschs der ausgebildeten Präventionsassistentinnen untereinander wurde mithilfe der kinderumwelt gGmbH ein spezielles Intranet „Präventionsassistentin“ eingerichtet.

 

 

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