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Evaluation von Aufklärungsmaßnahmen im Bereich Freizeitlärm

(Laufzeit: 15.9.2003 – 31.8.2005)

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Gehörbeeinträchtigungen und -schäden, die zu einem wesentlichen Teil auf „Freizeitlärm“ (z.B. laute Musik, lautes Spielzeug oder Feuerwerkskörper) zurückzuführen sind. Es gibt inzwischen eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielen, der Entwicklung von Hörschäden bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Die eingesetzten Materialien bzw. durchgeführten Programmbausteine werden bisher aber nur vereinzelt auf ihre Qualität und Wirksamkeit hin überprüft.

Veröffentlichte Evaluationsstudien bzw. standardisierte Messinstrumente liegen derzeit nicht vor. Dies ist u.a. dadurch begründbar, dass kaum ein einheitliches Programm mit vorgegebenem Ablauf existiert, sondern in den meisten Fällen Programmbausteine oder Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung von Multiplikatoren (Lehrer/innen, Erzieher/innen) optional eingesetzt und frei gestaltet werden können. Dies bringt methodische Probleme bezüglich der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit mit sich, da Maßnahmen nicht mit einander vergleichbar sind, wenn kein standardisiertes Vorgehen festgelegt ist.

Ziel

Ziel des Forschungsprojekts, das im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) durchgeführt wird, ist es, Messinstrumente zu entwickeln, die zur Evaluation verschiedener Ansätze der Lärmprävention eingesetzt werden können und diese im Rahmen einer Evaluationsstudie exemplarisch zu prüfen.

Folgende Maßnahmen werden einer Evaluation unterzogen:

(1) der Aktionstag „Hören ist Leben“ der Techniker Krankenkasse Baden-Württemberg. Hierbei handelt es sich um einen Aktionstag, der bei Realschülern der siebten Klasse durchgeführt wird.

(2) ein Unterrichtskonzept für Drittklässler. Dieses aus sechs Unterrichtseinheiten bestehende Programm basiert auf den Materialien „Lärm und Gesundheit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) und wird in Kooperation mit dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. (UfU) erstellt und durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird es möglich sein, Aussagen über den Nutzen dieses Programms zu machen, das in der Folge standardmäßig eingesetzt und überprüft werden kann.

Da keine geprüften Verfahren zur Evaluation von Lärmpräventionsmaßnahmen vorliegen, liegt ein Schwerpunkt des Projekts auf der Erstellung von entsprechenden Verfahren, mit deren Hilfe die Qualität und Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen dokumentiert werden kann. Hier werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen gewählt. Die Evaluation des Aktionstages erfolgt mit Hilfe einer schriftlichen Befragung. Für die Überprüfung des Unterrichtskonzepts wird ein Computerspiel für die Grundschüler entwickelt.

Durchführung

Die auf den BzgA-Programmbausteinen basierende Maßnahme wird im Verlauf des Frühjahrs 2004 in Berliner Grundschulen (Klassenstufe drei) durchgeführt. Um methodisch aussagekräftige Daten zu erhalten, erfolgt der Einbezug einer Vergleichsgruppe, die als Wartegruppe konzipiert ist (Schülerinnen und Schülern der gleichen Klassenstufe vergleichbarer Schulen, die zeitversetzt an der Maßnahme teilnehmen). Die Stichprobengröße beträgt ca. 200 Kinder pro Gruppe. Als zusätzliche Datenquellen werden die Lehrer/-innen sowie die Eltern herangezogen.

Die Aktionstage finden in zwei Realschulen (Klassenstufe 7) in Baden-Württemberg statt. Geplant ist die Durchführung von jeweils einem Aktionstag bei ca. 70 Realschülerinnen und –schülern, die wiederum in den beiden Schulen zeitversetzt stattfindet. Der erste Aktionstag fand bereits im November 2003 statt und wurde mit Hilfe einer Erstbefragung vor dem Aktionstag und einer Zweitbefragung nach dem Projekttag mit eigens hierfür entwickelten Fragebogen wissenschaftlich begleitet.

Ausblick

Nach Abschluss des Forschungsprojekts stehen im August 2005 zum einen geprüfte Verfahren zur (Selbst- oder Fremd-)Evaluation von Lärmpräventionsmaßnahmen zur Verfügung, zum zweiten wurden zwei verschiedene Ansätze der Lärmprävention auf ihre Qualität und Wirksamkeit hin untersucht. Somit wird ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, die Gestaltung und den Einsatz effektiver Methoden und Strategien der Lärmprävention voranzutreiben.

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