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Rückstände von Flammschutzmitteln in Frauenmilch aus Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von polybromierten Diphenylethern (PBDE)

(Laufzeit: 01.07.2002 – 31.10.2004)

Mutter stillt SäuglingFrauenmilch ist die beste Nahrung für Säuglinge. In ihr kommen allerdings auch unerwünschte Fremdstoffe vor, die aus der Umwelt stammen. Aus diesem Grund wird Frauenmilch regelmäßig auf solche Fremdstoffe untersucht. Polybromierte Diphenylether (PBDE), insbesondere die technischen Gemische von Penta-, Octa- und Deca-BDE, wurden von der Industrie seit den 1970er-Jahren benutzt, um die Entflammbarkeit von Kunststoffen zu erschweren. Sie kommen zum Beispiel in Dämmmaterialien, Elektrogeräten, synthetischen Textilien und Schaumstoffprodukten vor. PBDE sind fettlöslich und in der Umwelt schwer abbaubar; sie reichern sich in der Nahrungskette an und gelangen so in den menschlichen Körper, wo sie im Fettgewebe gespeichert werden. Frauenmilch ist wegen ihres hohen Fettgehalts ein Bioindikator für die Charakterisierung der internen Belastung der Allgemeinbevölkerung mit PBDE und anderen fettlöslichen chemischen Verbindungen.

In der Studie „Rückstände von Flammschutzmitteln in Frauenmilch aus Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von polybromierten Diphenylethern (PBDE)“ wurde untersucht, welche PBDE-Konzentrationen in Deutschland in der Frauenmilch vorkommen, welche Mengen vom gestillten Säugling aufgenommen werden und welche Faktoren besonderen Einfluss auf die interne PBDE-Belastung des Menschen haben. Insgesamt wurden deutschlandweit 128 Milchproben von 89 Müttern untersucht. Mit diesem Stichprobenumfang gehört die Studie weltweit zu den umfangreichsten Untersuchungen von Frauenmilch auf PBDE-Gehalte.

Der Vergleich zwischen Müttern, die sich vegetarisch ernähren und denen, die Mischkost zu sich nehmen, ließ erkennen, dass tierische Lebensmittel eine wesentliche Quelle für die Belastungen mit PBDE in der Frauenmilch darstellen. Außerdem sinken mit der Anzahl der gestillten Kinder die PBDE-Gehalte in der Frauenmilch. Da der Anteil der Mütter, die ihr zweites oder drittes Kind stillten, bei den Vegetarierinnen im Vergleich zu den Mischköstlerinnen etwas größer war, sind die beobachteten Unterschiede sowohl auf die Ernährungsweise als auch auf die Zahl der Stillperioden zurückzuführen.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ordnen sich die PBDE-Gehalte in Frauenmilch aus Deutschland mit im Mittel 2,5 ng/g Fett (Mischköstlerinnen) eher im unteren Bereich ein. Demgegenüber liegen aktuelle Werte aus Kanada und den USA um ein Vielfaches über den europäischen Werten.

Als Ergebnis der Studie kommen das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut für Risikobewertung zu dem Schluss, dass nach heutigem Kenntnisstand PBDE in der Frauenmilch in Deutschland kein Risiko für Säuglinge darstellt. Sie unterstützen daher die Stillempfehlung der Nationalen Stillkommission, Kinder mindestens vier bis sechs Monate voll zu stillen. Dennoch sollte aus Vorsorgegründen die interne PBDE-Belastung des Menschen durch expositionsmindernde Maßnahmen, wie die seit August 2004 geltenden EU-weiten Verbote für Penta- und Octa-BDE, minimiert werden.

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