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Hintergrundpapier: Empfindlichkeit von Kindern gegenüber Umweltschadstoffen, 2004

Der Schutz von Kindern stellt für die Gesellschaft ein hohes Gut dar. Aus diesem Grund wird immer wieder gefordert, dass bei der Beurteilung umweltbezogener Gesundheitsrisiken und der Ableitung von Grenzwerten die spezifische Empfindlichkeit von Kindern in besonderer Weise berücksichtigt wird. Oftmals ist jedoch nicht klar, was eigentlich diese „spezielle Empfindlichkeit“ im Vergleich zum Erwachsenen ausmacht und in welcher Art und Weise Kinder bei der Grenzwertfindung berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Aktionsprogramms „Umwelt und Gesundheit“ (APUG) wurden im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) drei Forschungsprojekte durchgeführt, deren Ergebnisse mit weitergehender aktueller Literatur in Kontext gestellt wurden.

Kinderempfindlichkeit differenziert betrachten

Kinder stellen eine inhomogene Gruppe dar, deren Empfindlichkeit, auch bei Betrachtung derselben Noxe, in den verschiedenen Entwicklungsphasen variiert.

Die Ursachen für die Unterschiede betreffen zum einen das altersbezogene Verhalten von Kindern, das die Exposition bestimmt (z.B. Schmutzaufnahme durch „Hand zu Mund“-Verhalten von Krabbelkindern). Aber auch entwicklungsbedingte körperliche Unterschiede mit Auswirkungen auf die Wirkung und Ausscheidung einer Substanz können hier eine Rolle spielen. Ebenso ist bekannt, dass die verschiedenen Phasen der Organentwicklung zu einer veränderten Empfindlichkeit führen.

Auch Lärmeinwirkungen oder Strahlung in den verschiedenen Formen können auf Kinder besondere Effekte haben. Über die physiologischen Unterschiede hinaus haben auch sozio-ökonomische Faktoren einen bedeutenden Einfluss auf die Exposition und die Wirkung auf den kindlichen Organismus.

Sicherheitsfaktoren berücksichtigen auch die Kinder

In nahezu allen Feldern, in welchen Grenzwerte für Umweltmedien, für Expositionen gegenüber Strahlung und für Lebensmittel festgelegt werden, wird bereits den Besonderheiten des Kindes Rechnung getragen.

Im Allgemeinen wird eine Analyse der spezifischen Expositionssituation, der vorliegenden Studienbefunde zu gesundheitlichen Wirkungen und der (bekannten) physiologischen Besonderheiten vorgenommen, um eine angemessene Grenzwertsetzung, die auch Säuglinge und Kinder berücksichtigt, zu erreichen. Für die regulatorische Praxis bedeutet dies, die spezifische Empfindlichkeit von Kindern durch bestimmte Sicherheitsfaktoren einzubeziehen. So werden Kinder häufig durch einen Faktor für besonders gefährdete oder empfindliche Gruppen von bis zu 10 mitberücksichtigt. Zusätzlich zu diesem Faktor werden oft weitere Faktoren verwendet, die auf die besondere Situation von Kindern eingehen. Werden zum Beispiel Richtwerte für die Innenraumluft abgeleitet, werden Kinder mit dem Faktor 2 berücksichtigt, denn sie haben ein etwa doppelt so hohes Atemminutenvolumen wie Erwachsene.

Kontakt
Dr. Wolfgang Straff
Umweltbundesamt
Wolfgang.straff@uba.de

 

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