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Umweltbedingte Belastungen mit kanzerogenen Nitro-/Aminoaromaten im Urin von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern

(Laufzeit: 01.08.2002 – 31.12.2003)

ZigarettenkippenMit mehr als 14.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Blasenkrebs in Deutschland die dritthäufigste Krebsart bei Männern. Die Hälfte dieser Erkrankungen wird auf das Rauchen zurückgeführt; die Ursachen für die übrigen 50 % der Fälle sind noch weitgehend ungeklärt. Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann Blasenkrebs durch Aminoaromate (unter anderem Anilin, Toluidin) ausgelöst werden. Viele dieser Aminoaromate sind als krebserzeugend eingestuft. Sie kommen überall in unserer Umwelt vor, finden sich aber besonders im Zigarettenrauch.

Ziel des Forschungsprojekts „Ermittlung von Quellen für das Vorkommen von Nitro-/Amino-aromaten im Urin von Nichtrauchern“ war, potenzielle umweltbedingte Ursachen als Belastungsquelle für die krebserregende Aminoaromate bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern zu ermitteln. Dazu wurden bei 80 Nichtraucherinnen und Nichtrauchern die Gehalte einiger Aminoaromate im Urin analysiert und potenzielle Belastungsquellen wie Passivrauchen, Nahrungsmittel, Textilien, Lederprodukte, Haarfärbemittel und Belastungen durch Staub und Dieselruß über einen Fragebogen erfasst. Verschiedene Nahrungsmittel und Stichproben von Autoreifen und Haarfärbemitteln wurden auf ihre Gehalte an Aminoaromaten untersucht.

Die Untersuchung zeigte, dass Aminoaromate neben dem Passivrauchen vor allem über die Nahrung in den menschlichen Organismus gelangen können. Neben Salat und Gemüse konnte besonders bei pflanzlichen Fetten und bei gegrilltem Schweinefleisch eine Belastung mit krebserregenden Aminoaromaten festgestellt werden. Die Ergebnisse haben eine eingeschränkte Bedeutung, da die Zahl der untersuchten Personen gering ist. Sie sind aber sicher genug, um sie als erste Hinweise auf Belastungspfade zu werten. Auch Haarfärbemittel könnten eine Belastungsquelle darstellen. In die Umwelt könnten Aminoaromate über den Abrieb von Autoreifen gelangen.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussion über die Zulassung von Haarfärbemitteln auf EU-Ebene haben die Studienergebnisse eine besondere Relevanz. Auch die Ergebnisse der Autoreifenanalyse besitzen umwelt- und gesundheitspolitische Bedeutung. Das Umweltbundesamt prüft derzeit die Möglichkeit des Einsatzes technischer Maßnahmen. Weitere Forschung muss klären, wie die Aminoaromate beispielsweise in die Nahrung gelangen oder ob diese in der Nahrung selbst gebildet werden.

Kontakt
Umweltbundesamt, FG II 1.2
Dr. Kerstin Becker

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