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Innenraumluft

Die Luft in Innenräumen ist häufig stärker belastet als die Außenluft. Der Mensch hält sich in Mitteleuropa ca. 90% seines Lebens in Räumen auf: Zu Hause, im Büro, in Verkehrsmitteln, wie Auto, Bus oder Bahn. Eine möglichst unbelastete und klimatisch behagliche Innenraumluft hat damit für das Wohlbefinden und die Gesundheit eine entscheidende Bedeutung.

Schadstoffquellen in der Wohnung sind:

Aus Energiespargründen werden Fenster und Fugen abgedichtet. Der natürliche Luftwechsel in Gebäuden, die nicht nach dem Niedrigenergiehaus-Standard errichtet worden sind, liegt - je nach Dichtigkeit von Fenstern und Türen - in der Größenordnung von 0,5 bis 2 Raumvolumina/Stunde. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Emissionen treibhausrelevanter Gase gemäß dem Kyoto-Abkommen bis 2008/2012 um 21% gegenüber dem Stand von 1990 zu verringern, ist eine verstärkte Einsparung von Heizenergie im häuslichen Bereich erforderlich. Häuser werden deswegen immer dichter gemacht. Dadurch sinkt der Austausch zwischen Innen- und Außenluft.

In Innenräumen können bereits geringe Stoffmengen zu Anreicherungen und damit zu vergleichsweise hohen Konzentrationen in der unmittelbar den Menschen umgebenden Luft führen. Freigesetzte Schadstoffe in Innenräumen z.B. aus Baustoffen, Haushaltschemikalien, durch Haushalts- und Handwerkstätigkeiten, Rauch usw. können zu einem Gesundheitsrisiko werden.

Damit es nicht zu einer Anreicherung von Schadstoffen in der Innenraumluft kommt, muss das Lüftungsverhalten an die gut isolierten Häuser angepasst werden. Mehrmaliges tägliches Stoßlüften für ca. fünf bis zehn Minuten bei weit geöffneten Fenster ist zu empfehlen.

Grundsätzlich sollte jegliche unvermeidbare Einbringung von Schadstoffen in Wohn- und Freizeiträume minimiert werden. Orientierung für schadstoffarme Produkte bietet das Gütesiegel „Blauer Engel“.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Themenseite „Innenraumluft“ des Umweltbundesamtes.

Chemische und biologische Verunreinigungen

In Räumen können eine Reihe chemische oder biologische Verunreinigungen der Atemluft vorkommen. Austretende Stoffe können sich in der Innraumluft anreichern und zu Geruchsbelästigungen sowie verschiedenen unspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigen wie Reizungen der Atemwege, der Augen, Hautirritationen, allergischen Symptomen, etc führen.

Flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC)

VOC werden aus einer Vielzahl von Produkten ausgesondert, so z.B. aus Baumaterialien, Ausstattungsmaterialien, Lacken, Farben, Kleber, Haushalts- und Hobbyprodukten. Besonders in Neubauten oder nach Renovierungen können höhere Konzentrationen auftreten. Schwerer flüchtige organische Verbindungen, die z. B. als Weichmacher für Kunststoff Anwendung finden, werden insbesondere an Staub adsorbiert und können mit diesem aufgenommen werden.

Formaldehyd

Holzwerkstoffe bzw. Produkte aus Holzwerkstoffen, wie z.B. Möbel, Türen, Paneele, sind neben dem Tabakrauch die wichtigste Quelle von Formaldehyd in Innenräumen. Weitere formaldehydabspaltende Erzeugnisse wie Ortschäume, Parkettversiegelungen, Spanplattenmobiliar, Lacke und Farben, Textilien können, insbesondere in Kombination mit unzureichendem Luftwechsel oder hoher Passivrauchbelastung zu Gesundheitsrisiken führen.

Tabakrauch

Ein großer Teil der partikel- oder gasförmigen chemischen Verbindungen des Tabakrauchs ist für den Menschen gesundheitsschädlich; zahlreiche Verbindungen sind krebserzeugend oder stehen in dem begründeten Verdacht, ein krebserzeugendes Potential zu besitzen. Da viele Stoffe im sog. Nebenstromrauch glimmender Zigaretten in höherer Konzentration enthalten sind als in der „Zugphase“ des Rauchens (= Hauptstromrauch), kann es trotz des Verdünnungseffektes in der Raumluft bei Nichtrauchern, die dem Tabakrauch ausgesetzt sind (Passivraucher sind oftmals Kinder), zu gesundheitsrelevanten Belastungen kommen. Dies wird beispielsweise durch den Nachweis von Stoffwechselprodukten des Nikotins in Blut, Urin und Speichel bei Nichtrauchern belegt.

Biozide

Biozidprodukte (bio=leben), zid=tötend) sind Wirkstoffe und Zubereitungen, die dazu dienen, auf chemischen oder biologischem Wege Schädlinge wie Motten, Holzwürmer, Mäuse etc. abzuschrecken, unschädlich zu machen und zu zerstören. Durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmittel gelangen gesundheitsgefährdende Substanzen in die Raumluft. Deswegen sollten Schädlingsbekämpfungsmittel nur in Ausnahmefällen und bei ausreichender Durchlüftung in Wohnungen eingesetzt werden.

Biologische Verunreinigungen

Biologische Verunreinigung der Atemluft entsteht durch Schimmelpilze. Schimmelpilze sind Mikroorganismen des täglichen Lebens. Ihre Sporen finden sich überall in der Außenluft. Bieten die Innenräume ihnen gute Entwicklungsbedingungen wie ausreichend Luftfeuchte, können sie sich ansiedeln. Bevorzugte Bereiche sind dabei z.B. Keller, Bäder, Fensternischen und Klimaanlagen. Schimmelpilze können allergische Reaktionen hervorrufen.

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