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Lärm: Folgen für die Gesundheit?

Lärm kann viele Auswirkungen haben. Als Stressfaktor kann der sogenannte Umweltlärm wie Verkehrs-, Industrie-, Nachbarschafts- oder Freitzeitlärm wirken. Bereits bei Belastungswerten weit unterhalb der Gehörschädigungsgrenze können Kommunikation, Erholung und Entspannung beeinträchtigt werden.

Unter Jugendlichen ist die Zahl von Fällen mit einer deutlichen Verminderung des Hörvermögens angestiegen. Als Ursache sind hohe Schallbelastungen in der Freizeit (lautes Spielzeug, Feuerwerkskörper, laute, verstärkte Musik) anzunehmen.

Innenohrschäden

Hohe Lärmbelastungen können bleibende Hörschäden hervorrufen. Dies betrifft nicht nur den Arbeitslärm, sondern auch den Zeitlärm, wie z. B. sehr lautes Musikhören. Langfristiges wiederholtes Hören von lauter Musik können eine schleichende Innenohrschädigung verursachen, wobei erst nach mehreren Jahren bleibende Hörschwellenverschiebungen nachweisbar sind. Beim Musikhören mit Kopfhörern ist die Hörgefährdung deutlich höher als bei Lautsprecherbeschallung.

Kinderspielzeugpistolen (163-173 dB bei 2,5 cm Entfernung vom Ohr), Knackfiguren (135 dB am Ohr) oder Sylvesterknaller sind besonders laut. Wegen der Kürze der Dauer der Schalleinwirkung werden diese in ihrer tatsächlichen Lautstärke subjektiv nicht so wahrgenommen, wie sie ihrem gefährlichen Spitzenpegel entsprechen.

Schallpegelmessungen in Diskotheken ergaben Mittlungspegel zwischen 92 und 111 dB (A). Tragbare Abspielgeräte mit Ohrhörern erreichen Mittlungspegel von 110 dB(A). Dies entspricht im oberen Bereich der Lärmbelastung durch einen Presslufthammer.

Herz-Kreislauferkrankungen

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) ist jeder sechste Deutsche aufgrund des Straßenverkehrs mit Dauerschallpegeln am Tag von über 65 dB(A) außen vor dem Fenster belastet.

Bei dauerhaftem Auftreten derartiger Geräuschbelastungen muss ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen befürchtet werden. Untersuchungen im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) zeigen, dass Menschen aus stark mit Verkehrslärm belasteten Wohngebieten häufiger wegen Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung sind als diejenigen, die an weniger belasteten Straßen wohnen. Das Herzinfarktrisiko steigt bei stark verkehrslärmbelasteten Männern um ca. 30% an.

Schlafstörungen

Die Nachtruhe ist bereits bei Dauerschallpegeln oberhalb von 45 dB (A) vor dem Fenster beeinträchtigt. Rund 20% der Bevölkerung gibt an, wegen Lärm nicht bei geöffnetem Fenster schlafen zu können. Bei Versuchspersonen wurden Störungen des natürlichen Schlafmusters durch Fluglärm nachgewiesen. Aus Sicht des Sachverständigenrates für Umweltfragen ist nicht auszuschließen, dass die in Experimenten beobachteten Schlafstörungen durch Fluglärm langfristig Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können.

Stressreaktionen werden durch zahlreiche Reize ausgelöst. Es ist deswegen im Einzelfall häufig nicht eindeutig belegbar, ob Lärm die (alleinige) Ursache für körperliche Reaktionen ist. Allerdings gibt es aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien deutliche Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung von Lärm bei belasteten Bevölkerungsgruppen.

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