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Gesundheitsrisiken biozidhaltiger Produkte und Gegenstände des täglichen Bedarfs

(Laufzeit: 15.10.2004 – 30.11.2005)

Biozide sind Substanzen, die Schadorganismen zerstören, abschrecken, unschädlich machen, Schädigungen durch sie verhindern oder sie in anderer Weise bekämpfen. Sie sind in zahlreichen Produkten enthalten, um Menschen, Haustiere, Gebrauchsgegenstände, Materialien oder technische Anlagen vor unerwünschtem Befall zu schützen. In den vergangenen Jahren hat die Vermarktung biozidhaltiger Produkte für den häuslichen Gebrauch stark zugenommen.

Biozidhaltige Produkte, die im Haushalt angewendet werden, sind beispielsweise Holzschutzmittel, Insektensprays, Schimmelpilzwachstum verhindernde Wandfarben für Bad oder Küche, antibakterielle Haushaltsreiniger, Desinfektionsmittel sowie Lockfallen für Kleidermotten und andere Kleintiere. Biozide können außerdem in Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetika, Wohntextilien, Kleidung, Bauprodukten, Spielzeug und Papier enthalten sein. Wegen der vielfältigen Einsatzgebiete biozidhaltiger Produkte ist mittlerweile davon auszugehen, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit Bioziden in Berührung kommt.

Da Biozide biologisch sehr wirksame Stoffe sind, kann der Umgang mit ihnen auch die menschliche Gesundheit – besonders die der Kinder – gefährden. Wie groß diese Gefährdung ist, hängt erstens von Art und Konzentration der Biozide in den Produkten und zweitens von der Dauer und der Art der Exposition – wie Haut- und Schleimhautkontakt – ab. Weil immer mehr biozidhaltige Produkte für den Haushalt auf den Markt kommen, wird es immer wichtiger, möglichst zuverlässige Daten für die Beurteilung einer möglichen Gesundheitsgefahr zu ermitteln.

Ziel des Forschungsprojekts „Gesundheitsrisiken biozidhaltiger Produkte und Gegenstände des täglichen Bedarfs“ war daher die Entwicklung mathematischer Modelle zur besseren Einschätzung der möglichen Gesundheitsrisiken. Gegenstände und Produkte, mit denen auch Kinder in Berührung kommen, wurden dabei besonders berücksichtigt.

Es wurden möglichst praxisnahe Szenarien entwickelt, mit denen die Belastung des Menschen durch Biozide im Haushalt berechnet werden kann. Ermittelt wurde hierbei, welche Biozide wie häufig in den verschiedenen Produktgruppen – zum Beispiel in Desinfektionsmitteln, Insektensprays oder Kosmetika – vorkommen und wie oft diese Produktgruppen durchschnittlich zur Anwendung kommen. Die Ergebnisse der Berechnungen helfen dabei herauszufinden, welche biozidhaltigen Produkte und Gegenstände einen besonders hohen Anteil an der Gesamtbelastung durch Biozide im häuslichen Bereich haben. Die Beurteilung des Gesundheitsrisikos durch biozidhaltige Gegenstände und Produkte wird dadurch einfacher.

Das entwickelte Bewertungsverfahren ist eine Interpretationshilfe, die bei der Bewertung der Analysenergebnisse biozidhaltiger Innenraumluft- und Hausstaubproben nützlich ist. Das Verfahren wird beispielsweise bei der Bewertung von Analysen des Kinder-Umwelt-Surveys angewendet werden und wird auch bei der Bestimmung künftiger Vergabekriterien für das Umweltzeichen „Blauer Engel“ von Bedeutung sein. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts bilden außerdem die Grundlage für künftige Handlungs- und Nutzungsempfehlungen im Umgang mit biozidhaltigen Produkten.

Kontakt
Kontakt:
Umweltbundesamt, FG II 1.2
Dr. Wolfgang Heger

 

 

 

 

 

 

 

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