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Vermeidung und Verminderung der Radonbelastung von Innenräumen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass Radon ein wichtiges Gesundheitsproblem darstellt und für den Menschen krebserregend ist. Der beim radioaktiven Zerfall des Radons und seiner Zerfallsprodukte auftretenden Strahlung werden 4-12 % der Lungenkrebserkrankungen zugeschrieben. Die Unsicherheit bei der Risikoabschätzung für Radon ist geringer als bei den meisten anderen krebserregenden Stoffen. Neue Ergebnisse aus epidemiologischen Studien zeigen, dass das zusätzliche relative Lungenkrebsrisiko pro Anstieg der Radonkonzentration um 100 Bq/m3 etwa 10 % beträgt. Die Verdopplungsdosis wird mit 1.000 Bq/m3 abgeschätzt.

Die europäischen Referenzwerte wurden festgelegt zu einer Zeit, in der Risikoabschätzung für radonbedingte Krebserkrankungen auf Ergebnissen von Uranerzbergarbeiterstudien beruhten. Die derzeitigen Risikoabschätzungen beruhen auf Studien in Wohnungen.

In Deutschland leben mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche in Wohnhäusern, die den bestehenden europäischen Referenzwert von 400 Bq/m3 für bestehende Gebäude überschreiten. Sie sind damit einem signifikant erhöhten Lungenkrebsrisiko ausgesetzt. Die Kosten für die Sanierung radonbelasteter Wohnhäuser liegen nach derzeitigen Erfahrungen im Bereich von 1.000 bis 5.000 € pro Haus.

Die Anzahl der Erziehungs-, und Bildungseinrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche einer erhöhten Radonexposition ausgesetzt sind, kann derzeit nur sehr grob geschätzt werden. Etwa 20.000 Kinder könnten sich in Kindergärten mit Radonkonzentrationen über 400 Bq/m3 aufhalten. Eine exakte Quantifizierung der Belastungssituation erfordert spezielle Untersuchungen. Diese haben in Deutschland erst teilweise stattgefunden.

Erhöhte Radonkonzentrationen werden vor allem in älteren Häusern in Gebieten mit einem erhöhten, geologisch bedingten Radonpotenzial im Baugrund festgestellt. Häuser jüngeren Baualters mit Beton-Plattenfundamenten und sachgerecht ausgeführtem Schutz der Gebäude gegen Bodenfeuchte weisen bereits ohne besondere Maßnahmen einen guten Schutz gegen den Eintritt von Radon aus dem Boden auf.

Ziel

Ziel der Bundesregierung ist es, dass alle Kinder in gering mit Radon belasteten Häusern aufwachsen. Hierzu sind folgende Schritte erforderlich:

Erfassung belasteter Wohnungen

Als Sofortmaßnahme sollten in Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern eine Erfassung belasteter Wohnungen und öffentlicher Gebäude, insbesondere Kindergärten und Schulen, erstellt werden.

Schaffung gesetzlicher Regelungen

Der Schutz vor den gesundheitlichen Risiken erhöhter Radonkonzentrationen in Gebäuden bedarf einer gesetzlichen Regelung.

Neubauten und Altbauten

Es wird empfohlen, bei neu zu errichtenden Gebäuden ab sofort einen Planungswert von <100 Bq/m3 zugrunde zulegen und bei Altbauten anzustreben. Existierende bautechnische Maßnahmen zur Radonreduktion werden zur Erreichung dieses Planungswertes fortentwickelt.

Aufklärungsmaßnahmen

Die rechtlichen Regelungen und Sanierungsprogramme müssen begleitet werden von einer umfassenden Aufklärung der Bevölkerung über besonders belastete Regionen, die Gesundheitsgefahren durch Radon und über die Möglichkeiten, Kosten und Förderprogramme zur Sanierung von Gebäuden.

Kontakt
Dr. Gerald Kirchner
Fachbereich SW
Bundesamt für Strahlenschutz

 

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